Das Experiment
Hallo Welt,
ich bin Winston und ich mag Google.
Selbst auf Anhieb fallen mir viele verschiedene Gründe dafür ein:
1) Google bietet unglaublich nützliche Dienste.
2) Google will für die meisten Anwendungen kein Geld.
3) Google zeigt eindrucksvoll, wie man im Internet trotzdem Geld verdienen kann.
4) Google setzt auf offene Standards und freie Software, wo immer nützlich.
5) Google befreit seine Nutzer, anstatt sie einzusperren.
6) Der einzig sichtbare Nachteil an Google – angezeigte Werbung – lässt sich per AdBlock mit sehr wenig Aufwand unterdrücken.
Kurzum: ich nutze sehr viele Google-Dienste, jeden Tag, und sie erleichtern mir mein Leben erheblich, ohne mich einzuschränken.
Ohne mich einzuschränken? Gute Frage: wenn Google wie behauptet seinen Kunden so viele Freiheiten bietet; wenn man als Nutzer tatsächlich nicht gefangen ist – bietet Google mir also letztlich auch die ultimative Freiheit? Die Freiheit, es nicht zu benutzen?
Dies ist ein Experiment, das in Anlehnung an die sechste Wahrheit mit einer steilen These beginnt: “You can lead a life without using Google.”
Die These ist selbst noch keine Wahrheit. Sie steht im Raum um bestätigt oder widerlegt zu werden, und ich gebe mir etwas Zeit. Sagen wir erstmal einen Monat. Am ersten März treten die neuen Google-Datenschutz-Bestimmungen in Kraft, und wie wäre es denn wenn sie mich nicht mehr beträfen?
Die These geht auch von diversen Voraussetzungen aus, die so nicht explizit drin stehen.“Lead a good life” zum Beispiel. Auch “Lead a good life with computers and Internet” wäre eine sinnvolle Ausformulierung. Aber ich will nicht spitzfindig sein, ich habe was vor. LautGoogle Dashboard nutze ich derzeit die folgenden Dienste, in alphabetischer Reihenfolge:
- Analytics
-
Android Market
-
Android-Gerät
- Blogger
- Bücher
-
Google Alerts
-
Google Aufgabenplaner
-
Google Buzz
-
Google Cloud Print
-
Google Docs
-
Google Groups
-
Google Kalender
-
Google Mail
-
Google Maps
-
Google News
-
Google Reader
-
Google Sites
-
Google Talk
-
Google Video
-
Google Voice
-
Google+
-
iGoogle
- Kontakte
-
Latitude
-
Picasa-Webalben
-
Webmaster-Tools
-
12 Sonstige Produkte von Google Notebook bis Google URL Shortener
Das ist ganz schön beeindruckend. Und während ich die Liste zusammenstelle, wird mir auch etwas flau im Magen: Wie um Himmels willen sähe meine Online-Existenz aus, ohne all diese wunderbaren Dinge? Ich finde es raus. Es geht hier nicht um einen Google-Boykott, ich will mich auch nicht von all diesen Diensten abmelden oder gar mein Google-Konto löschen. Ich möchte einfach nur herausfinden ob es auch ohne geht.
Und zum Stichwort Android: Natürlich mag ich auch mein Android-Handy, und natürlich werde ich nicht aufhören es zu nutzen. Ich probiere es nur mal ohne Google-Dienste. Ohne Google-Mail, ohne Google-Kalender, ohne Google-Maps und vor allem: ohne Android-Market. Im Idealfall aber natürlich mit einem anderen Market, einem anderen Mailer, einem anderen Kalender, einem anderen Kartendienst.
tl;dr Ich suche brauchbare Alternativen zu allen Google-Diensten die ich derzeit benutze und beschreibe hier wie es mir damit geht.

Ich hoffe, du hast Erfolg und ziehst das durch! Schon damit ich mit allerbestem Gewissen die ganzen Google-Produkte weiter nutzen kann.
Hallo, Lydia hier. Habe gerade von Deinem Experiment bei NDRinfo gelesen. Interessante Idee von Dir, werde ich weiterverfolgen. Dann frage ich doch mal: Nutzt Du eigentlich auch Diaspora statt facebook?
Diaspora? Nutze ich noch nicht wirklich, nein. Aber wenn ich dann irgendwann dazu komme, eine Alternative zu Google+ zu beschreiben, wird’s wohl darauf hinaus laufen, ja. Man darf gespannt bleiben.